Hashimoto und Psyche

Die gute Nachricht: Du bist nicht verrückt

Sobald du die Diagnose Hashimoto hast, kannst du dich beruhigen: Das Schlimmste - nicht zu wissen, was mit dir nicht stimmt - ist vorüber.

 

Du bist nicht verrückt

 

Du bist nicht hysterisch, du brauchst keinen Psychiater, du bildest dir nichts ein. Aber dadurch wird es nicht gerade leichter. Denn nun geht die Suche nach der richtigen Therapie erst los. Kein Hashimotopatient ist wie der andere, es gibt kein einheitliches Rezept, jeder muss alles selbst individuell ausprobieren. Trotzdem kannst du Hilfe von anderen Betroffenen bekommen.

 

Eine individuelle Krankheit ohne einheitliche Therapie

 

Im Netz und in der realen Welt gibt es haufenweise Selbsthilfegruppen und Infos von Betroffenen, nur das Dumme ist: Jeder empfiehlt etwas anderes. Einig sind sie sich nur in sehr wenigen Punkten: Glutenfreie Ernährung und ausreichend Mikronährstoffe müssen her. Manchmal ist es notwendig, dafür den Darm zu sanieren und der Nebenniere, der Bauchspeicheldrüse und der Leber wieder auf die Sprünge zu helfen.

 

Es wird weiter auf und ab gehen

 

Stell dich darauf ein, dass die Therapie keine einzige Erfolgsgeschichte werden wird, denn Hashimoto ist tückisch. 

 

Psychotherapie ist meistens nicht nötig

 

Trotzdem gibt es gelegentlich das Bedürfnis, die Psyche wieder aufzumöbeln, denn bis alle Hormone wieder harmonisch miteinander im Einklang funktionieren, ist der Weg oft zu weit, um ihn alleine und ohne professionelle Hilfe zu gehen.  Dr. phil. Ariane Windhorst ist selbst betroffen und hat für Hashimotpatienten eine spezielle Methode entwickelt, damit ihr Nervenkostüm besser damit klarkommt.

Hashi-Ursachen sind schon ein bißchen psycho

Viele Autoren weisen darauf hin, dass die Ursache für Hashimoto zu einem Teil auch psychisch begründet ist. Und viele Patienten sagen, dass es ihnen wesentlich besser geht, wenn sie auch ihre psychischen Baustellen behoben haben.

 

Kummer nagt an einem

 

Hashi hat nicht nur, aber auch, etwas mit langanhaltenden Enttäuschungen zu tun. Die Diskrepanz zwischen den eigenen Erfolgen und den eigenen Erwartungshaltungen ist manchmal schon schmerzhaft genug, aber wenn dann auch noch Partner, Familie, Verwandtschaft, Freunde und Kollegen einem das Gefühl geben, nicht gut genug zu sein, dann kann das ganz schön an einem nagen.

 

Autoimmun ist autoaggressiv

 

In der Fachliteratur heißt es, Hashimotopatienten seien perfektionistisch, extrem fleißig und diszipliniert. Es wird behauptet, sie kommen mit Dauerstreß viel länger zurecht als andere, aber das muss nicht unbedingt gut sein: Sie kämpfen zu lange, anstatt sich neue Wege zu suchen. Und mit Hashi geht meist eine Nebennierenschwäche einher, die dafür sorgt, dass du mit Stress gar nicht mehr gut zurechtkommst. Ebenfalls heißt es, die Krankheit sei eine Somatisierungsstörung, bei der sich ein allzu lang ignoiertes psychisches Problem nach langer Zeit dann eben  über körperliche Symptome ausdrückt. Hashimoto gilt als unheilbar, aber es gibt auch Mediziner und Betroffene, die behaupten, dass Hashimoto -Autoimmunthyreoditis, so der korrekte Name, kein lebenslanges Schicksal bleiben müsse, sondern heilbar sei - wenn wir unsere Geisteshaltung und unsere Ernährung umstellen. Viele meinen auch, dass Sport unverzichtbar sei, andere raten, sich auf keinen Fall zu sehr anzustrengen. Das Hauptproblem ist, dass jeder Experte etwas anderes sagt.

 

Psychotherapie ist meistens nicht nötig

 

Viele Patienten, die zum Psychotherapeuten geschickt werden, sind hormonell einfach nur nicht richtig eingestellt. Manchmal werden ihnen sogar Antidepressiva verschrieben, obwohl eine Hormonumstellung gereicht hätte.

 

Du kannst dir viel Geld sparen, wenn deine Hormonsubstitution stimmt, aber leider wissen wenig Ärzte, wie das geht. Hashimotopatienten sind deshalb gut vernetzt und helfen sich gegenseitig, indem sie beispielsweise einander Ärzte weiter empfehlen, mit denen sie gute Erfahrungen gemacht haben.


Sehr vielen Patienten kann mit herkömmlichen, synthetisch hergestellten Schilddrüsenhormonen geholfen werden. Manche haben eine T3/T4 Umwandlungsstörung, diese erhalten synthetische Kombipräparate. Aber viele Patienten vertragen das synthetische L-Thyroxin nicht. Inzwischen schwören viele auf natürliche Hormone von Tieren. Es gibt sogar Patienten, die deren Schilddrüse sich ohne künstliche Hormone wieder vergrößert oder bei denen keine Antikörper mehr festgestellt werden können, was einer Heilung gleichkommt, obwohl Hashimoto als unheilbar gilt. Mehr darüber bei Facebook in den entsprechenden Gruppen oder auf den besten Webseiten zum Thema, die ich empfehlen kann:

 

a) https://autoimmunhilfe.de von Simone Koch

b) http://www.natuerliche-therapie.de von Kristine Nike Frederikson. 

 

Beide stellen ihr umfangreiches Spezialwissen auf ihren Webseiten zur Verfügung, mit dem ihre Leser ohne Fachchinesisch lernen können, die Krankheit besser zu verstehen.

 

Im Berliner Stadtteil Grunewald befindet sich auch die Praxis am Koenigssee von Barbara Miller, die ebenfalls NDT verschreibt. NDT steht für Natural Desiccated Thyroid (also auf Deutsch: natürliche, getrocknete Schilddrüse) und ist gefriergetrocknetes Schilddrüsenextraxt vom Schwein, Rind oder Schaf. Es gilt als teure, aber gleichzeitig auch sehr wirkungsvolle Alternative zu den künstlichen Hormonen. Mehr unter www.millermed.de.